Erich Kästner-Schule, Herne





Erziehungskonzept
"In unserer Schule soll sich jeder wohl fühlen und in Ruhe lernen, arbeiten und spielen können.
Dazu gehört, dass wir freundlich miteinander umgehen, uns an Abmachungen halten und aufeinander Rücksicht nehmen.
Deshalb gibt es an unserer Schule Regeln, die wir alle kennen und einhalten."

Regeln in der Klasse /
im Unterricht
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Wir gehen freundlich miteinander um.
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Wir zeigen auf, wenn wir etwas sagen möchten.
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Wir reden leise, hören zu und lassen andere ausreden.
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Wir arbeiten leise.
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Wir arbeiten mit jedem, wir helfen jedem.
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Wir bewegen uns ruhig im Klassenraum.
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Wir tragen Pantoffeln.
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Wir beachten Signale der Lehrer.
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Wir frühstücken in der Klasse.
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Wir halten unsere Klasse sauber.
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Wir räumen unsere Klasse am Ende des Schultages auf.
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Wir tragen den Kakaokasten vorsichtig.
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Während der Schulzeit bleiben unsere Handys ausgeschaltet im Tornister.
Regeln im Schulgebäude
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Wir gehen freundlich miteinander um.
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Wir sind im Schulgebäude leise.
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Wir gehen langsam und nehmen Rücksicht auf andere.
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Wir hängen unsere Jacken an die Haken und stellen unsere Schuhe in das Regal.
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Wir lassen die Sachen der anderen Kinder in Ruhe.
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Zur Toilette gehen wir auf direktem Weg.
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Wir halten das Schulgebäude und die Toiletten sauber.
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Im Schulgebäude tragen wir Pantoffeln oder Schuhe.
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Wir verlassen nach dem Klingeln leise und ruhig das Schulgebäude.


Regeln auf dem Schulhof
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Wir gehen freundlich miteinander um.
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Wir können alleine oder mit anderen Kindern spielen.
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Wir können uns Spielgeräte ausleihen.
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In der ersten Pause dürfen die Kinder der Klassen E, 1 und 2 auf die Rutsche und das Spielgerät.
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In der zweiten Pause dürfen die Kinder der Klassen 3 und 4 auf die Rutsche und das Spielgerät sowie alle anderen Kinder auf die Rutsche.
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Es gibt einen Fußballplatz für die Klasse 3 und einen für die Klasse 4.
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Wir bleiben in der Pause auf dem Schulhof.
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Wir gehen am Anfang oder am Ende der Pause zur Toilette.
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Wir halten uns immer an das Signal „STOPP“.
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Wenn es Streit gibt, klären wir ihn friedlich oder holen uns Hilfe bei der Aufsicht.
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Wir halten den Schulhof sauber.
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Wir warten nach der Pause an unserem Treffpunkt auf die Lehrerin.
Regeln auf dem Schulweg
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Wir gehen freundlich miteinander um.
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Wir warten ruhig auf Bus oder Taxi.
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Im Bus oder Taxi sitzen wir still und unterhalten uns leise.
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Wir sind höflich zu unseren Mitfahrern.
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Nach Unterrichtsschluss gehen wir sofort zum Taxi / zum Bus / zu Fuß nach Hause.
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Wir benutzen die Bushaltestelle an der Ampel.
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Wir achten auf den Straßenverkehr und sind sehr vorsichtig.


Das Ampelsystem
Erziehender Unterricht
Ein entscheidendes Ziel im erziehenden Unterricht, laut Richtlinien für die Grundschule des Landes NRW, ist es, „die Schülerinnen und Schüler zu solidarischem Handeln in sozialer Verantwortung, zu Toleranz und Achtung der Menschenrechte und anderer, auch religiöser, Überzeugungen, zu einem friedlichen Miteinander in der Einen Welt sowie zur Achtung vor Natur und Umwelt zu erziehen“. Dies ist ein grundlegender Gedanke des pädagogischen Konzeptes der Erich Kästner – Schule.
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Problemstellung
Im Zuge der Weiterentwicklung unseres Erziehungkonzeptes (Ausgangspunkt: „Schilf Coolnesstraining“) war das Kollegium der Meinung gleichzeitig gemeinsame, für alle verbindliche Schulregeln zu entwickeln, einzuführen und umzusetzen. Das Ergebnis waren die „aktuellen Schulregeln“ sowie die „Coolnesstage als jährlich wiederkehrende Schulveranstaltung.
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Zielsetzung
Unser Ziel war ein Konzept zu entwickeln, welches einen möglichst einheitlichen Umgang mit Unterrichtsstörungen und Konflikten innerhalb der Schulzeit ermöglicht.
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Jeder Schüler/Jede Schülerin soll in Ruhe lernen können.
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Jeder Lehrer/Jede Lehrerin soll in Ruhe unterrichten können.
Um diesem Ziel näher zu erreichen nahm das gesamte Kollegium an einer Fortbildung zum „Coolnesstraining“ (s. Coolness-Tage) teil. Daraus ergab sich dann die Idee ein Ampelsystem an unserer Schule zu errichten.
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Das Ampelsystem – Ablauf
In jedem Klassenraum unserer Schule ist eine Ampel installiert. Sie ist in folgende Farben gegliedert: grün, gelb, orange und rot. An der Ampel sind Klammern mit den Namen der Schülerinnen und Schüler befestigt. Diese befinden sich zu Beginn des Ampelsystems alle auf grün.
Zeigt ein Schüler oder eine Schülerin Verhaltensweisen, die im Widerspruch zu den vereinbarten Schulregeln oder Klassenregeln stehen, wird dieser ermahnt. Es liegt nun im Ermessensspielraum des Lehrers, ob er die Namensklammer des jeweiligen Schülers/der jeweiligen Schülerin sofort eine Stufe höher, also auf gelb setzt oder wiederholtes Fehlverhalten zum Anlass nimmt. Folgt daraufhin weiteres Fehlverhalten, wandert die Namensklammer immer höher auf der Ampel, bis sie auf rot steht. Gelangt ein Schüler/eine Schülerin dreifach auf rot, so werden die Eltern, mittels eines Elternbriefes, darüber informiert. Bei fünfmaliger Belegung des roten Ampelzeichens, werden die Eltern zu einem Elterngespräch in die Schule gebeten. Für die Elternbriefe sind, für alle Klassen einheitliche Vordrucke, vorhanden.
Die Ampel besitzt zwei Seiten – eine, an der die Namensklammern aufsteigen und eine, an der sie bei gewünschtem Verhalten, auch absteigen können. Dies ermöglicht, dass bei einem Lehrerwechsel, dieser darüber informiert ist auf welcher Stufe sich der jeweilige Schüler/die jeweilige Schülerin befindet.
Erreicht ein Schüler/eine Schülerin bis zum Ende eines Schultags beispielsweise die Stufe orange (aufsteigende Seite), so wird er/sie am folgenden Schultag auf die absteigende, orange Ampelseite gesetzt. Er/sie hat nun während des gesamten Schultags die Möglichkeit, seine/ihre Namensklammer auf grün rücken zu lassen. Treten jedoch wiederum Verhaltensweisen auf, die im Widerspruch zu den vereinbarten Regeln stehen, so gelangt die Klammer direkt wieder auf die gegenüberliegende aufsteigende Seite.
Auch Verhaltensprobleme außerhalb des Unterrichts, bspw. in den Pausenzeiten, veranlassen eine Bewegung der Namensklammer.
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Konsequenzen – Elternmitarbeit
Vor dem Einsatz des Ampelsystems wurden die Erziehungsberechtigten über den Einsatz und Verlauf informiert.
Dies ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Systems, denn es basiert auf der Zusammenarbeit von Eltern und Schule. Den Schülerinnen und Schülern muss klar sein, dass Fehlverhalten in der Schule nicht nur konsequent geahndet sondern auch für die Eltern transparent gemacht wird.
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Über weitere erzieherische Folgen im Schulalltag entscheiden die Lehrerinnen und Lehrer individuell für das jeweilige Kind.
Coolnesstage
Schüler/innen bringen nicht mehr selbstverständlich die sozialen Fähigkeiten und die erforderliche Bereitschaft mit, um sich in einer Gemeinschaft orientieren und einordnen zu können.
Diese Problematik zeigte sich in den letzten Jahren auch zunehmend bei der Schülerschaft der Erich Kästner – Schule.
Sinn und die Notwendigkeit von Regeln werden von den Schülern/innen häufig nicht eingesehen. Die Fähigkeiten auf Streit und Konflikte angemessen zu reagieren und eigene Lösungsstrategien zu entwickeln sind nicht im notwendigen Maße ausgeprägt.
Aufgrund dieser Entwicklung hat sich das gesamte Kollegium 2009 in einer Fortbildung mit dem Ansatz und den Methoden des Coolness-Trainings auseinandergesetzt.

Auf der Grundlage der Fortbildung wurden die Coolnesstage an der Erich Kästner-Schule eingeführt, die in jährlicher Wiederholung nach den Herbstferien stattfinden. Inhaltliche Schwerpunkte dieser Tage sind u.a. der respektvolle Umgang miteinander, die Bedeutung von Regeln und Normen, Strategien zur Konfliktlösung, Grenzen setzen können und akzeptieren. Durch Kooperationsübungen, Spiele zur Körpersprache und Mimik, „Kämpfe“ als pädagogische Disziplin, Spiele zu Nähe und Distanz, Rollenspiele und Bilderbücher, sowie das Reflektieren des eigenen Verhaltens nähern wir uns den jeweils gesetzten Schwerpunkten und verbessern die sozialen Fähigkeiten unserer Schüler.
Die Coolnesstage finden an drei aufeinander folgenden Tagen jeweils von der ersten bis vierten Unterrichtsstunde statt.
Um die sozialen Kontakte der Schüler über ihren jeweiligen Klassenverband hinaus zu erweiten und zu intensivieren werden auch immer Angebote jahrgangsübergreifend durchgeführt. Die Eingangsklassen, die zu dem Zeitpunkt erst ein paar Wochen in der Schule sind, bleiben unter sich – in den Jahrgängen 1/ 2 sowie 3/ 4 entstehen gemischte Gruppen.
Den Abschluss der Coolnesstage bildet eine gemeinsame Veranstaltung mit Präsentation, bei der die Gruppen die Ergebnisse ihrer Arbeit den anderen Kindern vorstellen.
In einem „Coolness-Ordner“ werden jeweils die Inhalte der Projekttage zusammengestellt, so dass ein Ideenfundus entsteht, auf den bei weiteren Planungen zurückgegriffen werden kann.
Eine Evaluation der Projektwoche wird auf der Ebene der Jahrgangsteams sowie auch in den Lehrerkonferenzen durchgeführt. Die Ergebnisse werden in den Ordner aufgenommen und sind Grundlage für die Planung der jeweils folgenden Coolnesstage.